Herz-Jesu
Über den Ort:
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Der „Dom des Waldviertels“, die Herz-Jesu-Kirche, wurde 1950 bis 1953 nach den Plänen des Wiener Architekten Josef Friedl erbaut. Seit der Gründung der Pfarre Gmünd-Neustadt wird die Pfarre von Ordenspriestern der Gemeinschaft der "Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria" (OMI) betreut. Zum Pfarrgebiet gehören neben dem Stadtteil Gmünd-Neustadt auch die Dörfer Ehrendorf und Wielands. Seit Oktober 2024 bereiteten sich die Pfarren Gmünd-St. Stephan, Gmünd-Neustadt und Dietmanns in enger Zusammenarbeit mit der Pfarre České Velenice auf die Gründung eines Pfarrverbandes vor. Am 9. November 2025 erfolgte die offizielle Gründung des "Pfarrverbandes Gmünd-Dietmanns". |
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Der "Dom des Waldviertels"
Das Äußere der Kirche

Die Herz-Jesu-Kirche in Gmünd-Neustadt
Der „Dom des Waldviertels“ wurde 1950 bis 1953 nach den Plänen des Wiener Architekten Josef Friedl von einer einheimischen Firma (unter P. Richard Wagner OMI) erbaut. Er ist ein zentraler Kuppelbau mit überhöhtem Presbyterium mit Apsis und monumentalem „Westwerk“. Die Anlage wird auf beiden Seiten durch die Zubauten des Pfarrhofes und des Pfarrheimes erweitert und abgeschlossen. Die vor allem dem frühromanischen Formengut verpflichtete Stirnseite wird von den beiden 26,6 m Türmen mit ihren Walmdächern beherrscht. Eine 25 m breite Treppenanlage führt zum Hauptportal, das von zwei wuchtigen Steinreliefs flankiert ist. Sie sind das Werk des Akademischen Bildhauers Adolf Treberer-Treberspurg und stellen die beiden Erzengel Gabriel (mit Lilie) und Michael (mit Schwert) dar. Darüber sind als Abschluss des Chor-Erkers die Evangelistensymbole (Engel-Mensch = Mt, Löwe = Mk, Stier = Lk und Adler = Joh) angebracht. Sie stammen ebenfalls von Treberer-Treberspurg und sind aus grauem Kunststein gearbeitet (1953). Das Kupferdach des Erkers verweist auf das vergoldete Kreuz mit Strahlenkranz aus der Werkstätte des Kunstschlossers Hölzl aus St. Pölten.
Denkmäler
Neben dem Kirchenplatz wurde 1966 eine von Carl Hermann (1918-1986) geschaffene 20 Tonnen schwere Plastik, genannt „Die Trauernde“ aufgestellt. Das Kriegerdenkmal soll an die Gefallenen beider Weltkriege erinnern. Auf vierzehn Inschrifttafeln sind die Namen der 111 Opfer des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918) und der 457 Opfer des Zweiten Weltkrieges (1939 -1945) zu lesen.
Zum Gedenken an die über 30.000 Flüchtlinge aus den ehemaligen Kronländern Bukowina und Galizien, die im Ersten Weltkrieg hier starben, wurde 1964 beim Flüchtlingsfriedhof (Dr. Karl Renner Straße) ein Mahnmal enthüllt. Dieses Denkmal wurde nach dem Entwurf von Bildhauer Georg Kruk ebenfalls von Carl Hermann geschaffen.
Das Innere der Kirche
Das Presbyterium wird seit der Innenrenovierung 1984 (unter P. Rudolf Hohmann OMI) nach einer Idee des Baumeisters Franz Graf aus Gmünd durch den runden Altar aus Salzburger Marmor und die Umfassungswände mit dem durch die Kuppel beherrschten Kirchenschiff organisch verbunden. Seither ist ein aktives Mitfeiern der heiligen Messe für die Gottesdienstteilnehmer wesentlich leichter.
Der Tabernakelschmuck stammt aus dem Kunstatelier E. Klobasser aus Wien. Es sind Mose und die eherne Schlange, die Speisung der Fünftausend dargestellt und die eucharistischen Symbole in Emailarbeit ausgeführt.
Das Apsisfresko
Die Apsiswand ziert ein Fresko, vom Künstlerehepaar Piffl-Moser aus Wien geschaffen. Links von der thronenden Christusfigur wird in einzelnen Gestalten die Kirche in ihren geweihten Vertretern dargestellt. Ihnen entspricht je ein Gotteshaus: die Pfarrkirche steht für die Pfarrgemeinde, die Domkirche von St. Pölten für die Diözese, der Petersdom in Rom für die Weltkirche.
Rechts wird in einzelnen Vertretern die Kirche in den weltlichen Ständen dargestellt. Christus, als thronender Weltherrscher dargestellt, hält die Weltkugel in der linken Hand. Damit ist die Weltherrschaft Christi dargestellt. Jesu Rechte ist zum Segen erhoben: Er ist uns zugewandt, wir stehen unter seinem Segen. Dazwischen ist das geöffnete Herz zu erkennen. Es ist dies auch ein Hinweis auf das Patrozinium der Kirche, wurde sie doch als Pfarrkirche „Zum heiligsten Herzen Jesu“ errichtet.Ambo und Orgel-Positiv
Der Ambo ist mit einem Holzrelief des einheimischen Künstlers Carl Hermann geschmückt. Jesus wird als Verkünder des Neuen Testamentes dargestellt, flankiert von den beiden Aposteln Petrus (mit Schlüsseln) und Paulus (mit Schwert) als Lehrer der Juden- und Heidenkirche. Im Altarraum links wurde 1997 das von einem Verein und von Wohltätern finanzierte Truhenpositiv aufgestellt. Es wurde von Orgel-Baumeister Bruno Riedl aus Linz gebaut.
Die Seitenaltäre
Den linken Seitenaltar ziert eine Statue des hl. Josef des Arbeiters, die vom Bildhauer Othmar Lux aus Vöcklabruck 1957 geschaffen wurde. Der rechte Seitenaltar trägt eine Holzstatue der Schutzmantelmadonna von Treberer-Treberspurg aus 1954. Maria hält das Jesuskind in den Händen und birgt die Christenheit unter ihrem Mantel. Rechts unten ist ein kniender Mann zu sehen, der Mit der beide Hände gefaltet und gleichzeitig mit der rechten den Mantel Mariens umgreift.
Kreuzweg und Taufkapelle
Rechts davon beginnt die Reihe der vierzehn Kreuzwegstationen, die noch aus der alten provisorischen Notkirche stammen. Unter der Empore befinden sich die Beichtstühle, die Weihwasserbecken und das Taufbecken in einem eigenen, kapellenartigen Raum, der im Jahr 2016 von Baumeister Franz Graf zu einem modernen Raum der Sakramentenspendung umgestaltet wurde.
Chronologie zur Baugeschichte
Auf der ersten Holztüre in der linken Seitenwand sind die wichtigsten Daten aus der Geschichte der Kirche vermerkt: „Diese Kirche wurde gebaut: 1950-1953 durch die Diözese St. Pölten. Die Ausstattung des Innenraumes wurde aufgebracht durch die Pfarrgemeinde und edle Wohltäter. – 3.IX.1950: Spatenstich – Grundsteinlegung: 22.X. – 19.X.1952 Kreuzsteckung – Kirchweihe: 4.X.1953 – 23.X.1955: Orgelweihe – Glockenweihe: 4.X.1957.“ Daneben hängt das Bild des heiligen Eugen von Mazenod (1782-1861, 21.5.), des Gründers der Missionsgesellschaft der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (OMI). Seit 1949 wird die Pfarre von der Missions-gesellschaft tatkräftig betreut. An der Wand gegenüber ist das Bild der heiligen Karmelitin Theresia vom Kinde Jesus (+1897, 1.10.) zu sehen.
Die Flachkuppel
Die 24 durch Rippen geteilten Sektoren der Flachkuppel (Höhe = 12,7m; Dm = 21,8m) zeigen Heiligenfiguren von Professor Lucia Jirgal aus Wien. Stellt das Apsisfresko Vertreter des pilgernden Volkes Gottes dar, so illustriert die Kuppel die große Gottesvision, die im letzten Buch der Bibel geschildert ist. Mit dem Seher Johannes tun wir einen Blick in den Himmel, in dessen Mitte Christus als Lamm zu sehen ist, das auf dem ver- siegelten Buch ruht. Umgeben ist das Lamm von den „vierundzwanzig Ältesten“ und den „vier Wesen“ (Evangelistensymbole) in den Eckzwickeln der Decke (Vgl. Offb 4 und 5). Dargestellt sind die vom Volk viel verehrten Schutzpatrone, Nothelfer und österreichischen Heiligen. Neben einem heiligen Mann ist jeweils eine heilige Frau zu sehen, deren Gedenktag im Folgenden angeführt ist.
Die "Mauracherorgel"
Die Orgel erhebt sich über der Musikempore und wurde am 23. Oktober 1955 geweiht. Das Orgelgehäuse ist die Spende einer einheimischen Firma. Die Orgel selbst stammt von der Firma Mauracher aus Linz. Im Jahr 2005/2006 wurde die Orgel einer Reparatur unterzogen.
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Die Geschichte
Während des Ersten Weltkrieges befand sich südwestlich von Gmünd ein Flüchtlingslager für Flüchtlinge, großteils Ruthenen. Zur Zeit der größten Ausdehnung soll das Lager 30.000 Flüchtlinge gefasst haben. Außer einer große Holzkirche für den ukrainischen Ritus gab es seit 1917 in der Nähe des Haupteinganges in das Lager eine kleine Barackenkirche für die Katholiken des lateinischen Ritus. Mit Kriegsende wurde das Flüchtlingslager aufgelöst. Über die Geschichte des Gmünder Flüchtlingslagers und die Zeitgeschichte der Stadt Gmünd informiert das Haus der Gmünder Zeitgeschichte.
Die katastrophale Wohnungsnot in Gmünd zwang viele Familien, in den Baracken zu wohnen. Die römisch-katholische Barackenkirche blieb bestehen, jeden Sonntag wurde in ihr Messe gelesen. In den folgenden Jahren entwickelte sich auf dem Gebiet des ehemaligen Barackenlagers ein neuer Stadtteil. Die Barackenkirche wurde vergrößert und bekam einen Holzturm. 1948 wurde sie provisorische Pfarrkirche des von den Oblaten der makellosen Jungfrau Maria (OMI) übernommenen, neugegründeten Pfarrvikariates Gmünd-Neustadt, zu dem außer Gmünd II auch Wielands und Ehrendorf gehören. 1953 wurde die Notkirche durch eine neue, geräumige Herz-Jesu-Kirche abgelöst, die nun volles Pfarrrecht erhielt.
Downloads:
Beitrag zur Pfarrgeschichte von Gmünd-St.-Stephan (von Rupert Hauer)
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