St. Stephan

Über den Ort:

Die Pfarrkirche Gmünd St. Stephan ist eine dreischiffige Staffelkirche, die noch die Grundstruktur der romanischen Ostturmkirche enthält.

Die Anfänge gehen in das Jahr 1200 zurück. Am Dachboden der Pfarrkirche sind noch Reste des romanischen Frieses, der alten Außenmauer, zu erkennen. Aus der romanischen Zeit ist auch noch ein Grabstein erhalten. 

Das Kreuzrippengewölbe stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche wurde mehrmals umgebaut bzw. erweitert, sodass heute mehrere Baustile und Epochen in einem Kirchengebäude zu finden sind.

Die Kirche ist dem Hl. Stephanus - dem ersten Märtyrer - geweiht.

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    Das Innere der Pfarrkirche
    Fenster

    Die Kirche wird durch zwölf neugotische Glasfenster (Tiroler Glasmalerei in Wien) erhellt. Leider sind diese Fenster etwas zu dunkel, sie wurden 1903 eingebaut. Sie zeigen größtenteils die Namenspatrone der Gmünder Herrschafts- und Schlossbesitzer. Im Nordschiff zeigen sie die Hl. Familie, den Hl. Rainer und die Darstellung Mariä Lichtmess. Im Südschiff zeigen die Fenster den Hl. Franz von Assisi, den Hl. Rudolf und die Hl. Theresa von Avila.

    Hochaltar

    Der neugotische Hochaltar wurde 1903 errichtet (Johann Schönbauer). Er befindet sich im 5/8-Chorschluss an der Ostseite der Kirche. Er ist um zwei Stufen erhöht. In neugotischen Formen ausgeführt zeigt er in der Mitte den Hl. Stephanus, darüber den Hl. Josef mit dem Jesuskind, im linken Schrein befindet sich der Hl. Laurentius und im rechten Schrein der Hl. Leopold. Neben dem Kreuz sehen wir vier Engelfiguren. Sie haben Schriftbänder mit den Sätzen aus dem berühmten Hymnus von Thomas von Aquin in den Händen („Tantum ergo sacramentum“ und „Pange lingua gloriosi“).

    Der Tabernakel zeigt ein vergoldetes Christusmonogramm. Links und rechts des Tabernakels sieht man ein Marien- und ein Jesusmonogramm (IHS) geschnitzt.

    Hinter dem Hochaltar befinden sich noch die Fresken mit dem Hl. Laurentius und der Madonna mit Kind (links) und dem Hl. Stephanus (rechts). Diese Fresken stammen aus dem 14. Jahrhundert.

    Links vom Hochaltar sehen wir eine „Sakramentsnische“. Sie dürfte früher als Tabernakel gedient haben. In dieser Nische wird heute das „Ewige Licht“ aufbewahrt.

    Der Chorraum wird durch drei Glasfenster erhellt: Sie zeigen hinter dem Hochaltar den Hl. Geist, links und rechts davon die Heiligen Petrus und Paulus. Die mächtigen Rundfenster in den Zubauten zeigen ein Ähren-Motiv und wurden von Clemens Holzmeister 1982 entworfen.

    Volksaltar

    Der Mittelpunkt des Chorraums bildet der „Volksaltar“ aus Granit – von Clemens Holzmeister entworfen. Er ist ein „Trápeza“, Altar und Tisch zugleich (vgl. 1 Kor 10,21; Ez 41/22; Ps 78,19). Er symbolisiert Christus den lebendigen Stein (vgl. 1 Kor 3,11; 1 Petr 2,7).

    Links und rechts vom Chorraum befinden sich die Statuen der Hl. Theresa vom Kinde Jesu und des Hl. Antonius von Padua (1989 von Franz Gruber aus Gutenbrunn bei Zwettl geschnitzt).

    Marienaltar

    Der Marienaltar befindet sich im nördlichen Zubau und wurde ebenfalls von Johann Schönbauer 1903 errichtet. In neugotischer Form aufgebaut, enthält er im mittleren Schrein eine Maria-Lourdes-Statue. Zu beiden Seiten stehen die Standbilder der Eltern der Gottesmutter Joachim und Anna.

    Florianialtar

    Der Florianialtar befindet sich im südlichen Zubau. Ebenfalls von Johann Schönbauer 1903 geschaffen, ist er der drei Volksheiligen geweiht. Im mittleren Schrein befindet sich die Statue des Hl. Florian mit Fahne und Wasserschaff in den Händen. In den äußeren Schreinen sind die Statuen des Hl. Leonhard (rechts) und des Hl. Sebastian (links) zu sehen. In der Mitte ist ein einem Glasschrein eine Kopie des „Prager Jesuleins“ aufbewahrt.

    Kreuzwegstationen

    Im südlichen Zubau beginnt die Reihe der vierzehn Kreuzwegstationen. Die Ölbilder wurden nach dem Vorbild des Kreuzwegs von Joseph Führich (1800 – 1876) auf Leinwand gemalt, 1858 vom Krankenverein Gmünd gespendet und erhielten 1982 die heutigen Rahmen.

    Fresken - ehemaliger Ostturm

    An den Pfeilern des ehemaligen Ostturmes sind zwei Freskomalereien aus der Zeit um 1350 angebracht, die von der durchbrochenen Nordwand des Chores hierher übertragen wurden.

    Nordseitig eine Kreuzigungsdarstellung mit dem „Lanzenstich des Longinus“. Der Soldat (ganz links) stößt mit der Lanze in das Herz Jesu (Joh 19,34). Mit dem ausgestreckten Finger der linken Hand zeigt er auf sein Auge, das nun erst richtig sehend wurde: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn„ (Mk 15,39). Die knienden Stifter haben Schriftbänder in den Händen.

    Südseitig gegenüber die Hl. Maria Magdalena mit dem Salbengefäß und dem darunter knienden Stifter, der durch die Tonsur als Priester erkenntlich ist. Schräg darüber in einem Kreis die Stifterinschrift mit der römischen Jahreszahl 1351: „ANNO-DOMINI/MCCCC-LI-LAEWTHERVS-PLEBANVS/IN/GA-MVNDIA“ (Im Jahre des Herrn 1351, Leutherr (?), Pfarrer in Gmünd).

    Oberhalb hängt in der Mitte ein frühbarockes Kreuz.

    Statue des Heiligen Rochus

    Die Statue am Turmpfeiler im Kirchenschiff links stellt den Heiligen Rochus dar, der auf die Pestbeule am entblößten Schenkel zeigt. Das Standbild stammt vom barocken, schwarz-gold gehaltenen Hochaltar (18. Jahrhundert.).

    Herz-Jesu-Altar

    Der Herz-Jesu-Altar ist nur mehr als Aufbau erhalten und befindet sich im nördlichen Seitenschiff. Er stammt ebenfalls von Johann Schönbauer und wurde am 8. April 1904 vom damaligen Gmünder Pfarrer Ferdinand Höbarth geweiht. Im mittleren Schrein steht eine Herz-Jesu-Statue, im rechten die Statue der Heiligen Margareta Maria Alacoque und im linken Schrein steht die der Hl. Landgräfin Elisabeth von Thüringen. Vier anbetende Engel ergänzen den Aufbau des Altares.

    Orgel

    Die Orgel erhebt sich über die spätgotische Musikempore, deren Brüstung mit neugotischen Formen verziert ist. Sie wurde am 12. Oktober 1968 geweiht und stammt von der Orgelbaufirma Gebrüder Krenn aus Graz. Das Orgelgehäuse ist die Spende einer einheimischen Firma. Sie hat seit der Restaurierung 1997 durch Orgelbaumeister Bruno Riedl aus Linz 14 Register, 3 Koppeln und 1.040 Pfeifen. 2017 wurde die Orgel durch den Orgelbaumeister P. Pemmer generalsaniert.

     

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    Das Äußere der Pfarrkirche

    Das Äußere der Kirche ist durch Strebepfeiler und Fenster gegliedert.

    Über dem Turmportal ist in einem Steinblock die Jahreszahl „1487“ eingemeißelt. Der Stein stammt aus der ehemaligen nördlichen Türeinfassung beim heutigen Orgelchor und ist wohl mit dem Anschluss der spätgotischen Zubauten in Zusammenhang zu bringen.

    Die an der Außenseite angebrachten Grabsteine erinnern an den bis 1794 rund um die Kirche angelegten Friedhof. Neben dem Turmeingang stehen die Grabsteine des Pfarrers Anton Miller († 1779), seines Vaters Jakob Miller († 1774) und des Pfarrers von Gmünd und Zuggers Johannes Pregelius († 1644).

    An der Westseite des Südportals ist der Grabstein aus dem 13 Jahrhundert aufgestellt. Er zeigt ein Kreuz über Sonne und Mond, daneben ein Messbuch und ein Messkelch. Auf der rechten Seite ist der Grabstein des Kooperators von Hoheneich Johann Adam Prey († 1772) zu sehen.

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    Geschichte der Pfarrkirche

    Die Anfänge der Kirche gehen in das Jahr 1200 zurück, in das Jahr, indem die Stadt Gmünd gegründet wurde.

    Die Pfarrkirche ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Noch heute gibt es in unserer Kirche einige Mauern, die aus dieser Zeit stammen und daher schon über 800 Jahre alt sind. Der erste Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1200. Dieser Bau war als ein romanisches Langhaus angelegt und hatte einen kleinen Ostturm und ein Holzdach. Erkennen können wir diese Kirche heute noch an den Mittelschiffwänden und der heutigen „Vierung“ (dem ehemaligen Turm). An diesen Pfeilern sehen wir heute zwei Freskomalereien: Nordseitig sehen wir eine Kreuzigungsdarstellung mit dem Lanzenstich: Der Soldat stößt mit der Lanze in das Herz Jesu („Einer der Soldaten stieß mit einer Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ Joh. 19,34). An der Südseite sehen wir eine Darstellung der Hl. Maria Magdalena.

    Am Dachboden findet man noch Reste des rot und grau bemalten Rundbogenfries. Die Reste der ehemaligen Apsis konnten bei den Arbeiten zur Kirchenerweiterung 1981 nachgewiesen werden. Der Fries ist nicht aus Stein gemeißelt – wie sonst bei großen romanischen Stiftskirchen und Domen – sondern aus Mörtel geformt, aber dafür mit Ocker und Grauer Farbe bemalt.

    Ein 40 bis 45 cm breiter Stufenaufgang zum heutigen Dachboden, wohl Teil eines ehemaligen Wehrgangs, ist innerhalb der Westmauer heute noch für schlanke Leute begehbar.

    Erweiterung um 1300

    Der erste Zubau zur romanischen Ostturmkirche ist in der heutigen „Taufkapelle“ zu sehen, wie die drei sichtbaren Weihekreuze – von ursprünglich zwölf – aus der Zeit um 1300 nahelegen. An die südliche Außenwand des Turmes wurde ein 4 x 4 m großer quadratischer Raum angebaut. Er diente ursprünglich wohl als Sakristei, bis er im späten 15. Jahrhundert zur Taufkapelle ausgestaltet wurde, wie das wieder geöffnete Fenster und die Wandmalereien beweisen: Das „AEIOV“ auf dem Schriftband im Ostzwickel des Gewölbes erinnert an den Wahlspruch „Austria Erit in Orbe Vltima“ Kaiser Friedrichs III., der von 1452 bis 1492 regierte. Damit können die Wandmalereien um das Jahr 1490 datiert werden.

    Im Gewölbe oben sind die Evangelistensymbole zu sehen (Löwe, Stier, Adler, Mensch). An der Ostwand ist oben Jesus am Kreuz mit Maria und Johannes und unten ein Weihekreuz zu sehen. An der Südwand war ursprünglich ein "Allerheiligenbild" zu betrachten. Einige wenige sind ganz rechts noch zu erkennen. Heute dominiert das neugotische Franz von Assisi-Fenster aus 1903 diese Seite.

    Um 1350 wurde an den romanischen Turm ein Chorraum angebaut. Das Kreuzrippengewölbe ist über Runddiensten mit 5/8-Schluss unterhalb des umlaufenden Kaffgesimses abgefasst und mit Rosettenschlusssteinen ausgestattet.

    Der gotische Altar ist durch den Überbau des neugotischen Hochaltares nur von der Rückseite zu erkennen.

    Aus dieser Zeit stammen die gotischen Wandmalerein:

    1. Magdalena („SANCTA MAGDALENA“) mit der Salbenbüchse und darunter der Stifter des Bildes, der durch die Tonsur als Priester erkenntlich ist. Schräg darüber eine Kreisfläche mit Stifterinschrift: „ANNO – D(omi)NI / MCC – LI – LAEWTHERVS – PleBaNvS / IN / GA – MVNDIA“ (Im Jahr des Herrn 1351, Leutherr (?), Pfarrer in Gmünd). Die Jahreszahl 1351 macht die genauere Datierung des Chorbaues und der Wandmalereien möglich.

     

    1. Kreuzigungsdarstellung mit dem Lanzenstich des Longinus. Der Soldat (ganz links) stößt mit der Lanze in das Herz Jesu. Mit dem ausgestreckten Finger der linken Hand zeigt er auf sein Auge, das nur erst richtig sehend wurde: „Wahrhaftig dieser Mensch war Gottes Sohn“ (Mk 15,39). Die knienden Stifter haben Schriftbänder in den Händen.

     

    14. Jahrhundert

    Im 14. Jahrhundert hatte die Pfarrkirche an die romanische Ostturmkirche bereits die Taufkapelle und eine Dreikönig-Kapelle im Süden, den hochgotischen Chor im Osten und eine Sakristei im Norden als Zubauten erhalten.

    Die Dreikönig-Kapelle (6,8 x 3,3 m) an die Südwestecke der romanischen Kirche angebaut, enthält den romanischen Grabstein mit den Gebeinen des darunter bestatteten Priesters. Hatte vielleicht sogar er die Kapelle gestiftet? Sicher ist nur, dass zu dem darin befindlichen Altar im Jahr 1484 Hartneid von Puchheim – nach Anordnung seines 1483 verstorbenen Vetters, Wilhelm II. von Puchheim, Herren der Herrschaft Gmünd, - fünf Wochenmessen „auf dem heiligen Dreikönigsaltare in der St. Stephanskirche zu Gmünd“ gestiftet hatte. Noch im Jahr 1771 erwähnt Pfarrer Anton Miller (1765 – 1779) in seiner Inventur der Pfarrkirche von Gmünd auch „das Heilige Grab in der Kapelle mit dem Gewandkasten“. Vielleicht war das Bild von der „Anbetung der heiligen drei Könige“ das Dechant Ignaz Fletzer (1880 – 1885) als Pfarrer von Gmünd 1885 im Zusammenhang einer Kirchenrestaurierung angeschafft hatte, die letzte Erinnerung an diese Dreikönigs-Kapelle. Das Ölbild (183 x 114 cm) wird heute im Pfarrhof aufbewahrt.

    15. Jahrhundert - Staffelkirche

    Im 15. Jahrhundert wurde die nördliche Hauptmauer der romanischen Kirche abgetragen und das nördliche Schiff an die bereits bestehende Sakristei angebaut. Die Kreuzrippengewölbe wurden in die Steinwände verlaufend eingefügt, in der Mitte ruhen sie auf drei achteckigen Säulen, die nicht an der Stelle der alten nördlichen romanischen Seitenmauer, sondern weiter nach einwärts zu stehen kamen, sodass das Mittelschiff der erweiterten Kirche schmäler wurde als die breite der romanischen Kirche.

    Der Musikchor wurde auf drei Bogen gestellt mit je einem Spitzbogen an den Seiten, ein Rundbogen in der Mitte. Die Taufkapelle und die Dreikönig-Kapelle wurden durch eine Mauer verbunden, die Gewölbe ruhen hier auf Konsolen. Die so entstandenen Seitenschiffe wurden in der Höhe des Musikchors mit je einem, die ganze breite überspannenden Bogen, überwölbt. Der damalige Pfarrer Mag. Wolfang Topler (†1495) verlegte wohl wegen des Aufganges zum Musikchor „den Raum in der Gmünder Kirche“ (älteste Urkunde aus Pergament – 29,5 mal 36,5 cm – über die Pfarre Gmünd vom 12. Mai 1495: vlg. GB 8,201 ff.) in den Norden des Musikchores. Der Steinquader des gotischen Schulterbogens zu dieser „Toplerschen Paramentenkammer“ mit der Jahreszahl „1487“ ist heute über dem Turmportal eingesetzt.

    Barockzeit

    Die Barockzeit brachte baulich für die Kirche nur einen Sakristei-Zubau im Nordosten mit dem Innenmaß von 550 x 460 cm. Dieser musste der Kirchenerweiterung 1982 geopfert werden. Das desolate Pfarrhaus wurde praktisch neu aufgebaut und 1750 fertig, wie die Chronogramme der beiden Sonnenuhren angeben. Es ist auf dem Votivbild aus 1763 („Brand in Gmünd“) abgebildet.

    Die Ausstattung der Kirche wurde zum Gesamtkunstwerk: Altäre, Statuen, Bilder, Malerei, Paramente und Kelch wurden im Barockstil gefertigt. So sind das Stephanus-Bild, die Rochus-Statue, ein roter und weißer Ornat (Casel und Pluviale) und ein Messkelch (bezeichnet „1745“) erhalten. Vom damaligen Marienaltar ist heute nur noch ein Foto erhalten. Die Malereien mit den vier Evangelisten in der Kuppel des romanischen Turms sind heute übermalt.

    Reformation

    Die Reformation und die Lehre Luthers fand Eingang in Gmünd. Die Pfarrer der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vertraten die evangelische Lehre. Gmünd wurde in dieser Zeit mit den Pfarren Rottenschachen und Zuggers vereinigt.

    Ab 1652 wurde der katholische Gottesdienst wiedereingeführt. Erst 1903 fand wieder ein evangelischer Gottesdienst in Gmünd statt. Die „Friedenskirche“ wurde 1910/11 an der Bahnhofstraße erbaut. 1717 wurde Rottenschachen der wiedererrichteten Pfarre Zuggers zugeteilt. Zur Pfarre Gmünd kamen 1760 Grillenstein, Eibenstein, Breitensee (von der Pfarre Schrems). 1783 wurden Dietmanns und Breinhöfen von der Pfarre Gmünd ausgeschieden. Breitensee und Erdweis kamen 1784 zu Zuggers.

    19. Jahrhundert

    1827 wurde eine neue Orgel mit 13 Registern aufgestellt.Unter Pfarrer Jakob Mayer (1832 – 1843) kam es zu einer größeren Renovierung der Kirche: 1836 wurden das Turmgewölbe erhöht und die vorstehenden Pfeiler beseitigt, „sodass nun der Blick auf den Hochaltar frei war und sich die Anzahl der Kirchensitze von 327 auf 458 erhöhte“. Eine neu ausgebrochene Sakristeitür ermöglichte den Durchgang zur Kanzel, die auf die Nordseite versetzt wurde.

    Ein großes Fenster hinter dem Hochaltar hat man ausgebrochen, die übrigen kleineren symmetrisch vergrößert, ein eisernes Speisgitter und größere Flügeltüren angeschafft.

    Der Hochaltar mit dem Stephanus-Bild, den Stauten von Petrus und Paulus, Leopold in einer Nische und der Muttergottes-Statue an der Spitze; der Marienaltar mit dem Bild von Maria und den Statuen von Ambrosius und Augustinus; der Floriani-Altar mit dem Bild des Heiligen; und der Johannes-Nepomuk-Altar „von ordinärer Construction, links vom Chore“ wurden neu vergoldet und staffiert. Das Oratorium mit Blick zum Hochaltar an der Südmauer des hochgotischen Chores ließ der Herrschaftsbesitzer Dr. J. Hermann 1836 errichten (4,30 x 4,20m).

    Die Außenrenovierung erfolgte 1839. Am 5. Jänner 1852 zerstörte eine Feuersbrunst den aus der Mitte des Kirchendaches emporragenden Ostturm mitsamt den Glocken und beschädigte auch das Kirchengewölbe. Der Rest des Turmes musste abgetragen werden und von 1852 bis 1854 erbaute die Pfarre in der Mitte der westlichen Hauptfrontmauer einen neuen (6,70 x 6,30 m) Turm.

    Der Turmhelm wurde in einer schlanken, achtseitigen, kegelförmigen, spitz zulaufenden Form ausgeführt und bekam ein ca. 3,30 m hohes Turmkreuz, das sich wegen der Übergröße im Herbst 1868 infolge eines Sturmes so stark bog, dass es herabgenommen und in verkürzter Form wieder befestigt wurde (Gesamthöhe: 47,0 m).

    1855 vergoldete man den Hochaltar und die Staute Maria Hilf auf dem Seitenaltar, marmorierte die Altäre und schaffte das Ölgemälde Mariä Empfängnis an.

    Der Krankenunterstützungsverein stiftete 1858 die 14 Kreuzwegbilder. 1885 e  rfolgte eine weitere Innenrenovierung, bei der der Johannes-Nepomuk-Altar durch einen Herz-Jesu-Altar ersetzt wurde und das Dreikönigs-Bild in den Besitz der Kirche kam.

    1890 hat Frau Anna Spitzer die figurenreiche Weihnachtskrippe gespendet.

    Der im Friedhof (der bis 1794 rund um die Kirche angelegt war) befindliche, wohl romanische Karner, ein kreisrunder, mit einem Kegeldach versehener Bau wurde 1825 abgebrochen und als Schulhauskeller verwendet, verschwand aber beim Bau des neuen Schulgebäudes spurlos.

    Renovierung 1903/1904

    Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche einer sehr kostspieligen Restaurierung unterzogen. Die barocke Einrichtung wurde fast komplett entfernt, der neogotische Stil hielt Einzug. Vom 1. Mai bis 3. Oktober 1903 fand die erste Etappe der ,,sehr gründlichen Restaurierung der Stadtpfarrkirche" statt, die auf Grund des damaligen Kunstempfindens zu einer vollständigen und einheitlichen Neogotisierung der Kirche führte. Die Steinmetze haben sämtliche Gewölbeteile, wie Rippen, Gurten, Säulen und Pfeiler nach Abklopfen des Anwurfesfreigelegt, die entdeckten Schäden durch entsprechende Granitfüllungen ergänzt. Ganz neu machten sie unter anderem das gotische Maßwerk der Presbyteriumsfenster. Die Maurer schufen einen neuen, gleichmäßigen Anwurf im gesamten Kircheninneren (dadurch litten die darunterliegenden Fresken und Wandmalereien), zwei Ventilatoröffnungen (hinter dem Hochaltar und im Gewölbe des Mittelschiffes) und einen beheizbaren Zubau zur Sakristei mit einer Bahrenkammer. Einen Teil der östlichen Stadtmauer trug man ab und versah ihn mit einem Eisengitter. Sämtliche Kirchenfenster wurden mit ,,stilgerechten, leider zu dunklen Glasmalereien" aus der Werkstätte der Glasmalerei in Wien ausgestattet. Auch die Wände und Gewölberippen bemalte man im neugotischen Stil. Die Tischler schufen neue Kirchenbänke, 4 Beichtstühle und 2 Doppeltüren für die Kircheneingänge. Auch ein neuer Taufstein aus Granit und mit Holzbekrönung (Hl. Johannes der Täufer) und neue Teppiche wurden angeschafft und die Orgel baute man um. Der Fußboden wurde vollständig mit Klinkerplatten in einem Teppichmuster gepflastert. Die neugotischen Rahmen für die Kreuzwegbilder, einige Figuren (Jesus im Grab und als der Auferstandene, Hl. Johannes Nepomuk) und die vier neugotischen Altäre fertigte der Altarbauer Johann Schonbauer in Krummau in Böhmen an. Außerdem wurde die elektrische Beleuchtung (der mittlere Kronleuchter hatte 35 Flammen) installiert. Der Spitzturmhelm wurde neu gedeckt und angestrichen und das Äußere von Kirche und Turm neu gefärbelt. Aber auch zwei Monstranzen, einige Messkelche und Messkleider, sowie eine Reihe von Kerzenleuchter stammen aus dieser Zeit.

    Den Abschluss bildete die Weihe des neuen Herz-Jesu-Altares am 8. April 1904.

    Erster Weltkrieg

    Seit der ,,sehr gründlichen Restaurierung der Stadtpfarrkirche" 1903/1904, die auf Grund des damaligen Kunstempfinden zu einer vollständigen und einheitlichen Neogotisierung der Kirche führte, konnte – bedingt auch durch den Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) – keine Renovierung durchgeführt werden.

    Die 4 Glocken, die kriegsbedingt abgeliefert werden mussten, sind 1922 durch 2 neue ersetzt worden.

    1926 baute die Firma Czapek aus Krems eine neue Orgel mit Motor. 1930 wurden die bis heute in Verwendung befindlichen 5 Prozessionsfahnen angeschafft und 1932 rund um das Pfarrhaus der Eisengitterzaun auf Grundmauern in der Länge von 70 m ausgeführt.

    Am 1. Jänner 1933 erschien das erste Gmünder Pfarrblatt.  Anlässlich des 25-jährigen Priesterjubiläums von Pfarrer Oelzelt konnten 1936 zwei Glocken aufgezogen werden und bekam dieser einen Goldbrokat-Ornat und einen Messkelch.

    Zweiter Weltkrieg

    Während des Zweiten Weltkrieges konnte unter Pfarrer Johannes Weinberger (1905 – 1969) der baufällig gewordene, mit Blech gedeckte, achtseitige spitz zulaufende Turmhelm 1941 durch einen neuen, in Form einer  vierseitigen Pyramide ersetzt werden. Da kriegsbedingt an eine Deckung mit Kuper oder Blech nicht zu denken war, erfüllen seither gebrannte Ziegeln diese Aufgabe. 1942 erhielt die Turmuhr neue Zifferblätter.

    Am 5. März 1942 mussten 4 Glocken (je zwei aus 1922 und 1938)abgeliefert werden, nur die kleinste von 1880 blieb am Turm.

    Nach 7-jahriger Pause erscheint im November 1948 wieder das Gmünder Pfarrblatt. Am 15. August 1949 fand die Glockenweihe der 4 neuen, bis heute im Turm befindlichen, Glocken statt. Der elektrische Antrieb dazu konnte 1951 angeschafft werden.

    Renovierung 1953-1969

    1953 folgte unter Pfarrer Johannes Weinberger die nächste Renovierung. Zur Finanzierung wird der „Kirchenbauverein Gmünd I“ reaktiviert. Man ging mit großer Energie ans Werk. Zuerst waren die Elektroinstallationsarbeiten fertig. Dabei entdeckten die Maurer beim Putzen der Wände die Nische des Sakramentshäuschens und eine gotische Sitznische mit 2 Giebeln. Es kamen eine Reihe von Fresken(resten) zum Vorschein, die Großteils restauriert wurden. In der Kuppel des ehemaligen 0stturrms wurde unterhalb der neugotischen Darstellung der vier Evangelisten eine solche in barockem Stil freigelegt.

    Nicht nur die Restaurierung dieser Kostbarkeiten, sondern auch die Trockenlegung der Wände verzögerte die Arbeiten der Maler. Schließlich erstrahlte der Innenraum in hellem Weiß, bestrahlt durch die neuen Beleuchtungskörper. 1958 wurden die Fassaden der Kirche und des Turmes sowie die Turmuhrfenster erneuert. 1963 ließ, die Stadtgemeinde die Mechanische Turmuhr durch eine elektrische Anlage ersetzen, die Pfarre übernahm die Kosten für die Glockenläuteautomatik.

    Am 12. 0ktober 1968 erfolgte die Weihe der neuen 0rgel mit 15 Registern und 1940 Pfeifen, die Firma Gebr. Krenn aus Graz errichtete, das moderne Gehäuse spendete die Firma Bobbin, Gmünd. 1969 wurde eine Umluftheizung angeschafft. Dazu musste ein Heizraum an die NW-Ecke der Kirche angebaut und ein Öltank-Lagerraum geschaffen werden.

    Innenrenovierung 1981 - 1982

    Ein anstehendes Problem war die Innenrenovierung der Pfarrkirche, die ohne gleichzeitige Erweiterung nicht sinnvoll gewesen wäre. Denn es gab von den 277 Sitzplatzen nur 100 Sichtplätze zum Hochaltar. Es sollte aber der Grundcharakter und das Aussehen des Kirchengebäudes nicht zerstört werden. So gab es viele Überlegungen und Vorschläge von Architekten und Baumeistern, mit denen aber der damalige Pfarrer Otto Buchberger nicht zufrieden war.

    Nach einem ,,Lokalaugenschein" am 14. Mai 1979 konnte schließlich der größte österreichische Architekt, Prof. Clemens Holzmeister (1886 – 1983) aus Salzburg gewonnen werden, unter dessen meisterlichen Planung und Beratung das Vorhaben von Mai 1981 bis August 1982 durchgeführt wurde, ohne den Grundcharakter und das Aussehen der Pfarrkirche wesentlich zu verändern.

     

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      Ein Rundgang
       
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Nächste Ereignisse am Ort (Zeitraum von 18.2. bis 28.2.2026)

Tag Zeit Art Text
Mittwoch
18.2.
18:00 Heilige Messe

Aschenkreuz

Grete Schwingenschlögl f. +Freunde u. Vewandte

Donnerstag
19.2.
09:00 Heilige Messe

Elfi Riedel f. +Eltern Ernst u. Maria Haumer

Samstag
21.2.
17:20 Kreuzweg
18:00 Heilige Messe

Christiane Baumann f. +Vater Werner

Sonntag
22.2.
08:30 Heilige Messe
Montag
23.2.
18:00 Rosenkranz
Mittwoch
25.2.
18:30 Anbetung ohne sakramentalen Segen
Donnerstag
26.2.
09:00 Heilige Messe

Fr. Angrosch f. +Eltern u. Verwandte

Samstag
28.2.
17:20 Kreuzweg
18:00 Heilige Messe

Veranstaltungsort

48.7734486N, 14.9878608E

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