Nekrologium der Oblaten

Nekrologium der Oblaten

"Und selig die, so in dem Herren sterben ohne Furcht noch Graun,
sie werden froh die Ewigkeit erben und keinen zweiten Tod mehr schaun."

(Sonnengesang des Hl. Franziskus)

 

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    P. Richard Wagner

    wagner

    * 09. 03. 1905, † 11. 11. 1979
    Priesterweihe: 22. Dezember 1928
    Er wirkte 15 Jahre in unserer Pfarre.

    P. Wagners Heimat war Bebra in Hessen-Nassau, wo er am 9. März 1905 geboren wurde. Die vorwiegend protestantische Stadt hatte eine kleine katholische Gemeinde, zu deren anerkannten Stützen die Familie des Lokomotivführers August Wagner gehörte, Hünfelder Oblatenpatres versahen den Gottesdienst in Bebra und waren dann häufig auch bei den Wagners zu Gast. Diese Begegnungen und der tief fromme Geist der Familie weckten in Richard früh den Ordens- und Priesterberuf. Er begann seine Gymnasialstudien 1916 bei den Oblaten in Valkenburg, Holland, machte dann sein Noviziat in Engelport bei Treis an der Mosel und von 1923 an seine höheren Studien in Hünfeld bei Fulda.

    Am 22. Dezember 1928 wurde er im Dom zu Fulda zum Priester geweiht und erhielt 1929 seine Bestimmung für die neu gegründeten tschechoslowakische Ordensprovinz. Hier war er bis zur Ausweisung nach Österreich im Jahre 1946 vorwiegend als Volksmissionar im Egerland, im Böhmerwald und in Nordmähren tätig, ein eifriger und unerschrockener Verkünder des Wortes Gottes, der während des Krieges mehrmals mit der Gestapo Schwierigkeiten bekam und schließlich ein Rede- und Tätigkeitsverbot für das ganze Reich erhielt. In Österreich wirkte er kurze Zeit in Waidhofen an der Thaya und wurde im Januar 1948 mit dem Aufbau der neu gegründeten Pfarrei Gmünd II beauftragt.
    Hier hat er, wie er selbst oft beteuerte, die 15 schönsten Jahre seines Priesterlebens verbracht. Es war eine kräftezehrende, aber erfolgreiche und zutiefst beglückende Arbeit. Nach seinem Scheiden von Gmünd wirkte er wieder als Volksmissionar, war von 1964 bis 1971 Superior in Steyr-Münichholz und gehörte in den folgenden Jahren dem Kloster in Wien an. Von hier aus hat er oft wochenlang seine Kräfte der Wallfahrtsseelsorge in Maria Taferl gewidmet. Und in Maria Taferl hat ihn auch der Herzanfall getroffen, der wenige Stunden später, am Nachmittag des 11. November 1979 im Krankenhaus Melk seinen Tod herbeiführte. P. Wagner war mit ganzem Herzen Oblate und Priester: ein Mann, der bis zuletzt am Wohlergehen seiner Ordensfamilie und an den Belangen der Kirche Anteil nahm, der mit liebender Besorgnis, aber auch mit gläubigem Optimismus die Ereignisse in der Welt und Kirche verfolgte. Er war ein Mitbruder, der zu jedem Dienst bereit war und auch trotz zunehmender körperlicher Behinderung sich nicht geschont hat, Seine Mitbrüder und alle, die ihn gekannt haben, bewahren ihm ein dankbares Gedenken. Auf dem Friedhof zu Gmünd haben wir ihn zur letzten Ruhe bestattet. Gott gebe ihm Anteil an seiner Seligkeit.

 
P. Theo Lauth

lauth

* 17. 11. 1902, † 28. 01. 1983
Priesterweihe: 9. April 1933
Er wirkte vier Jahre in unserer Pfarre.

P. Theodor wurde am 17. November 1902 in Kassel geboren. Ein echt katholisches Elternhaus und die besten Eigenschaften des Diasporakatholizismus prägten seine Jugend. Damals dachte er noch nicht daran, Priester zu werden. Aber das Beispiel seines älteren Bruders, der bei den Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria studierte, bewog dann auch ihn, im Jahre 1920 um Aufnahme bei den Oblaten anzusuchen. Nach seinen Gymnasialstudien in Valkenburg (Holland) und seiner theologischen Ausbildung in Hünfeld wurde er am 9. April 1933 zum Priester geweiht und erhielt im nächsten Jahr seine Sendung in die junge tschechoslowakische Ordensprovinz. Hier war er zunächst in unserem Studienhaus Teplei und dann in mehreren Klöstern Böhmens und Mährens in der Seelsorge tätig. 1945 nach Österreich ausgewiesen, wirkte er als Kaplan in Arbesbach und Kautzen und dann in der neu errichteten Pfarrei Gmünd-Neustadt. Von 1955 an war er bis 1975 Seelsorger in verschiedenen Krankenhäusern. Von 1975 bis 1982 war er Wallfahrtsseelsorger in Maria Taferl. Aufgrund seiner schweren Erkrankung musste er Ende 1982 ins St. Josef-Kankenhaus, wo er am 28. Jänner 1983 vom Herrn abberufen wurde. Gott schenke ihm reichen Lohn für sein priesterliches Wirken.


 
P. Johannes Kindermann

kindermann

* 27. 08. 1919, † 03. 12. 1993
Ewige Gelübde: 12. Juli 1949
Priesterweihe: 8. Juli 1951
Er wirkte 31 Jahre in unserer Pfarre.

P. Kindermann wurde am 27. August 1919 in Niedergrund (Nordböhmen) geboren. Bereits in der Volksschule lernte er die Oblatenpatres kennen, sodass er am 1. September 1931 in die Missionsschule in Teplei eintrat und dort die endgültige Lebensentscheidung, Priester und Oblate der Makellosen Jungfrau Maria zu werden, traf. Kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, am 15. August 1938, wurde Johannes in Gojau eingekleidet. Aufgrund der strengen politischen Lage musste er Mitte September 1938 nachhause geschickt werden, bereits Ende Oktober 1938 konnte er das Noviziat in Gojau, später in Eger und Engelport fortführen. Am 11. Dezember 1939 erfolgte der Stellungsbefehl nach Polen und Johannes standen leidvolle Jahre bevor. Im Oktober 1941 wurde er an der Hand verwundet und im Sommer 1943 erlitt er einen Splitterdurchschuss am Oberschenkel. Sein vor dem Krieg Begonnenes Noviziat konnte er bereits im Dezember 1945 wiederaufnehmen, und konnte am 12. September 1945 seiner ersten zeitlichen Gelübde ablegen. Von September 1946 bis Jänner 1952 studierte er in Hünfeld bei Fulda Theologie. Die ewigen Gelübde konnte Johannes am 12. Juli 1949 ablegen und am 18. Oktober 1950 zum Diakon geweiht werden. Am 8. Juli 1951 wurde er zusammen mit vier weiteren Mitbrüdern zum Priester geweiht. Die Primizmesse feierte er in Beeskow (Brandenburg) bei seiner Mutter und seiner Schwester.
Di ersten Jahre wirkte er als Volksmissionar zusammen mit P. Anton Weber in Gmünd. Von Oktober 1957 bis August 1962 wirkte er als Kaplan und Volksmissionar in Steyr. Im September 1962 wechselte Johannes wieder nach Gmünd wo er vom 1. September bis zum 31. August 1974 Pfarrer war. Die Jahre danach wirkte er als Kaplan und Krankenhausseelsorger.

Als letzte Lebensaufgabe wurde ihm eine schwere Krankheit auferlegt, die er im Glauben mit großer Geduld ertragen hat.


 
P. Anton Weber

weber

* 28. 09. 1905, † 09. 07. 1978
Priesterweihe: 26. März 1930
Er wirkte 14 Jahre in unserer Pfarre.

Reinhards, der Geburtsort von P. Anton Weber, liegt der Pfarrei Spahl zugehörig in der thüringischen Rhön (jetzt DDR) unweit von Hünfeld, wo sich das Mutterhaus der deutschen Oblaten befindet. Diese Nähe und vor allem der religiöse Geist der Familie, aus der er stammt, wurden bestimmend für seinen Lebensweg. Eine seiner Schwestern und zwei der Brüder traten ebenfalls in einen Orden ein. P. Albert wirkte als Oblatenmissionar in Südafrika.
P. Anton zog so schon als Bub in die Ferne nach Valkenburg in Holland, um bei den Oblaten die Gymnasialstudien zu absolvieren. Nach dem Noviziat legte er 1927 die Gelübde ab und empfing nach Beendigung der philosophischen und theologischen Studien in Hünfeld am 26. März 1932 die Priesterweihe. Der Schwerpunkt seines priesterlichen Wirkens wurde die Verkündigung der Frohbotschaft. Als Volksmissionar, Exerzitienleiter und Lehrer waren die wichtigsten Stationen seiner Tätigkeit: Teplei, Frischau, Gojau und Hosterschlag in der damaligen tschechischen Provinz. Nach der Auflösung war er seit 1946 unermüdlich in Österreich und über die Landesgrenzen hinaus unterwegs von den Häusern Lauffen, Wien und Gmünd aus.
Seine besondere Liebe galt der Heidenmission. Seine letzten Kräfte setzte er noch im Rahmen der Aktion Missio ein, um das Interesse für die Verkündigung der Frohbotschaft in aller Welt zu wecken und Mittel zur Unterstützung der Missionare aufzubringen.


 
P. Karl Farnung

farnung

* 14. 04. 1915, † 26. 03. 1976
Ewige Gelübde: 1941
Priesterweihe: 25. März 1950
Er wirkte 8 Jahre in unserer Pfarre.

P. Karl Farnung stammte aus Mackenzell, Diözese Fulda. Er studierte zuerst an der Lateinschule in Hünfeld, dann am Ordensgymnasium der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria in Valkenburg, Holland. Nach seinem Noviziat legte er 1938 die ersten Gelübde ab und begann in Hünfeld bei Fulda seine philosophisch-theologischen Studien, die aber jäh unterbrochen wurden durch die Aufhebung des Klosters durch die Machthaber des Dritten Reiches und die Einberufung zum Militärdienst. Er konnte 1941 noch seine ewigen Gelübde ablegen, dann machte er den Feldzug in Russland mit und geriet 1944 in russische Gefangenschaft. Es folgte eine vierjährige Zeit des Hungerns und Leidens, bis er 1948, gesundheitlich schwer geschädigt, in die Heimat zurückkehren konnte. Hier setzte er seine Studien fort und wurde am 25. März 1950 in Fulda zum Priester geweiht. Im Jahr darauf erhielt er seine Bestimmung in die österreichische Ordensprovinz der Oblaten.

In Wien-Heiligenstadt und später in Steyr-Münichholz und in Gmünd-Neustadt entfaltete er eine eifrige Tätigkeit und war besonders um das religiöse Leben der Kinder und Jugendlichen bemüht. Im September 19s72 übernahm er die seelsorgliche Betreuung der Kranken im Spital der Barmherzigen Brüder in Wien II. Mit allem priesterlichen Eifer widmete er sich dieser Aufgabe, bis er selbst von seiner Todeskrankheit befallen wurde. Im klaren Wissen um den Ernst der Lage bat er um die heiligen Sterbesakramente. Er hatte wohl noch mache Pläne, war aber auch bereit sich dem höheren Plane Gottes unterzuordnen. So starb er nach schmerzvollen Leidenstagen eines erbaulichen Todes. Im Gebet bleiben wir ihm übers Grab hinaus verbunden.


 
P. Alois Blumör

blumoer

* 30. 12. 1916, † 19. 08. 2002
Ewige Gelübde: 15. August 1946
Priesterweihe: 21. Dezember 1946
Er wirkte 11 Jahre in unserer Pfarre.

Am 30. Dezember 1916 wurde P. Alois Blumör in Hainstadt im Kreis Offenbach in Hessen geboren. Er hatte zwölf Geschwister und seine Eltern betrieben eine Ziegelei. Drei Schwestern wurden Ordensfrauen und zwei Brüder wurden Priester. Nach seinen älteren Brüdern Johannes und Josef erwachte auch in Alois der Wunsch, Priester und Oblate der Makellosen Jungfrau Maria, zu werden. Nach der Volksschule verbrachte er sechs Jahre seiner Gymnasialzeit im Juniorrat der Oblaten in Obermedlingen. Zwischen dem Beginn des Noviziats in Engelport/Mosel 1936 und seinen ewigen Gelübden am 15. August 1946 in Hünfeld lagen die schweren Jahre des Arbeitsdienstes, der Krieges und der Gefangenschaft. Am 21. Dezember 1946 wurde er in Hünfeld zum Priester geweiht.
In der deutschen Ordensprovinz war P. Blumör zunächst in Schiefbahn als Hausökonom und in Völklingen als Kaplan tätig. Bereits 1951 kam er in die österreichische Provinz, wo er als Kaplan in Unterheiligenstadt begann. Nach einer Zeit als Präfekt im Oblatenkonvikt in Wien 13, fand er als Pfarrer in Steyr-Münichholz ab 1959 seinen seelsorglichen Wirkungsbereich. Neben seinen Aufgaben in der Pfarre und als Katechet in der Schule, hat er auch die Verantwortung für die Errichtung der neuen Pfarrkirche in Steyr-Münichholz getragen. Nach 15 Jahren hieß es für ihn, von Steyr Abschied zu nehmen, und in die frühere Kaplansstelle Unterheiligenstadt für weitere 12 Jahre als Pfarrer zurückzukehren.
Mit Rücksicht auf die angeschlagene Gesundheit – zwei Herzinfarkte – fand er nun ab 1986 in der Komunität in Gmünd-Neustadt sein neues Zuhause, um wieder als Kaplan in der Pfarre tätig zu sein. Von 1993 bis 1997 war der unermüdliche Seelsorger nochmals Pfarrer, ehe er dann 1998 ins Oblatenkloster Wien 13 in den Ruhestand wechselte. Das immer schwächer werdende Augenlicht und die letzten Wochen der fortschreitenden schweren Krankheit zwangen ihn, die verbliebenen geringfügigen Dienste außerhalb des Hauses zu beenden. Kurze Zeit später am 19. August 2002 hat der Herr ihn zu sich gerufen.


 
P. Erich Schmitz

schmitz

* 22. 03. 1914, † 18. 01. 1974
Ewige Gelübde: 25. April 1937
Priesterweihe: 02. April 1939
Er wirkte 4 Jahre in unserer Pfarre.

Seine Heimat war Eich bei Andernach am Rhein, wo ein tiefgläubiges Elternhaus den Grund zu seiner späteren Lebensform legte. In der Ordensgemeinschaft der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria weihte er sich Christus am 25. April 1932. Zwei Jahre später, am 2. April 1939 empfing er von IHM Gnade und Aufgabe des Priestertums.
Seine Oberen bestimmten ihn ein Jahr später für die junge sudetendeutsche Provinz, wo er bis zur Ausweisung im Jahre 1945 in der Pfarrseelsorge tätig war. Mit den übrigen Patres der Provinz kam er nach Österreich, wo er in den folgenden 10 Jahren wieder in der Pfarrseelsorge arbeitete.

Seine rheinische Frohnatur und seine große Kontaktbereitschaft machten ihn besonders fähig zur Arbeit mit der Jugend und ließen ihn im Jahre 1955 seine eigentliche Lebensaufgabe finden im Dienst an jungen Menschen und machten ihn zu einem begeisterten Pfadfinder.
Die letzten 17 Jahre seines Lebens schenkte er den Studenten der Höheren Graphischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Wien in der Leyserstraße. Mehrere Jahre hindurch war er Bundeskurat der Pfadfinder Österreichs, und bis zuletzt diente er seinen Pfadfindern in der Gruppe Klosterneuburg 2 und als Landeskurat der Niederösterreichischen Pfadfinderinnen.
Das Vertrauen seiner Oberen rief ihn 1969 in die Provinzverwaltung als Provinzökonom.
Sein plötzlicher und für uns alle so schmerzlicher Tod durch akutes Herzversagen mag uns alle als Mahnung gelten, immer wachsam und "allzeit bereit" zu sein für das Kommen des Herrn. Ihm hat er sein Leben geweiht im Dienste der Kirche und des Ordens. Nun darf er für immer bei IHM sein, der die Freude und Kraft seines Lebens und gewiss der Trost im Sterben war.
Er lebe in Christus!


 
P. Josef Peter

peter

* 09. 09. 1916, † 31. 07. 2005
Priesterweihe: 1. April 1951
Er wirkte 3 Jahre in unserer Pfarre.

P. Josef Peter wurde am 9. September 1916 in Eger/Böhmen geboren. Nach der Matura entschied er sich zum Eintritt bei den Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria. Auf das Noviziatsjahr in Maria Gojau/Böhmen und in Maria Engelport/Rheinland-Pfalz folgte das Studium der Philosophie und Theologie in Rom, das von 1941 bis 1950 durch die Einberufung zum Sanitätsdienst und die russische Gefangenschaft unterbrochen wurde. In Hünfeld bei Fulda vollendete P. Josef Peter das Theologiestudium und wurde am 1. April 1951 in Hünfeld zum Priester geweiht. Als Seelsorger wirkte er in verschiedensten Tätigkeitsbereichen der Oblaten in Wien, Gmünd, Steyr und St. Johann im Pongau. Als Schwerpunkt sah er für sich die missionarische Seelsorge.
Von 1973 bis 1982 stellte sich P. Josef Peter als Provinzial in den Dienst der österreichischen Oblatengemeinschaft. Von 1973 bis 1991 leitete er das Referat für Spiritualität in der Diözese Linz. Bis 1995 blieb er dessen geistlicher Assistent. In der Sorge um die Oblatenberufe gründete er 1982 das „Haus Mazenod“ im Gablonzerweg in Linz, wo er bis zu seinem überraschenden Tod lebte.


 
P. Leonhard Bianchi

bianchi

* 13. 08. 1914, † 11. 01. 2007
Er wirkte 1 Jahr in unserer Pfarre.

Am 11. Jänner 2007 beim Läuten des Engel des Herrn zur Mittagszeit verstarb P. Bianchi im Genesungsheim Mater Salvatoris in Pitten im Beisein seiner Schwester Thea Bianchi. Zuvor hatte er noch einige Wochen im St. Joseph-Krankenhaus in Wien 13 zubringen müssen und sich dabei schon sehr bewusst auf sein Ableben vorbereitet.
P. Bianchi wurde am 13. August 1914 geboren und hat die Jugend mit sieben Geschwistern als Kind alt-österreichischer Eltern verbracht. Sein Lebensziel sah er vorerst in Technik und Volkswirtschaft. Erst nach zwölfjähriger beruflicher Praxis fand er im Apostolat der Legio Mariae zur geistlichen Berufung. So trat er im Jahr 1955 in den Orden der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria ein.
Nach Abschluss der theologischen Studien an der Ordenshochschule in Hünfeld bei Fulda in Deutschland, kehrte er als Priester nach Österreich zurück. Schwerpunkte seiner priesterlichen Tätigkeit waren die Sorge um Schüler, Haftentlassene und Kranke:
1963 – 1979 Professor für Religion am Technischen Gewerbemuseum in Wien (T. G. M.); 1970 – 1984 Betreuung Haftentlassener im selbstverwalteten Heim, und weiterhin vielfache Sorge um Kranke.

So feierte er jahrelang das hl. Messopfer im Krankenhaus St. Josef der Salvatorianerinnen. Auch nahm er sich viele Jahre der Lungenkranken auf der Baumgartnerhöhe an. Vielfache Aushilfen, durch Jahre hindurch auch als Beichtvater in Maria Taferl, ergänzten sein seesorgliches Wirken.
Überdies bekleidete er von 1973 bis 1992 das Amt des Ökonoms der österreichischen Ordensprovinz. In der Natur fand er Gottes Schöpfermacht, in den Menschen das Wirken Seines Geistes. Bis ins hohe Alter war er offen für Freuden und Leiden, für Tradition und Fortschritt, mit warmem Herzen den Menschen zugewandt. Bewusst der eigenen Schwäche hat er das Leben bejaht. Die Zukunft der Kirche lag ihm am Herzen.


 
P. Helmut Hofmann

hofmann

* 30. 03. 1933, † 30. 01. 2010
Priesterweihe: 10. April 1960

Sein Lebensweg begann am 30. März 1933 in Eger/CZ. Als zweites Kind seiner Eltern Maria und Christoph Hofmann musste er mit 13 Jahren seine Heimat verlassen und fand in Fulda ein neues zu Hause. Nach der Schule und dem Abschluss der Matura fand er 1954 den Weg zu den Oblaten. Nach dem Noviziat in Maria Engelport und Studium in Hünfeld empfing er dort am 10. April 1960 die Priesterweihe.
P. Hofmann war von diesem großem Eifer in den verschiedenen Aufgaben beseelt, andere mitzunehmen: zuerst widmete er sich der Kaplansarbeit in Steyr-Münichholz bis 1968, sattelte um und wurde Volksmissionar, 1969 gehörte er zu den ersten Oblaten, die Maria Taferl übernahmen, 1972 wurde er als Superior in das „Haus St. Paul“ in Wien gerufen, blieb von dort aus der Volksmission treu. 1974 begann seine segensreiche Tätigkeit in Maria Taferl: Pfarrer, Wallfahrtsseelsorger und gefragter Beichtvater sowie Berater in schwierigen Situationen, Dekanatsseelsorger zuerst für die Jugend, dann für die Frauen und Diözesanverantwortlicher für die Charismatische Erneuerung. Der würdige Empfang der Sakramente blieb ihm zeitlebens ein großes Anliegen.
Um allen Feierlichkeiten und Wallfahrten nach Maria Taferl einen gebührenden Rahmen zu geben, war P. Hofmann auch stets um Renovierungen bemüht: Errichtung der Krypta, Außenfassade der Basilika, Türme, Glocken, sowie ein Großteil der Innenrestaurierung der Basilika.
Mit großem Herzen diente P. Hofmann der Kirche und der Pfarre Maria Taferl - 34 Jahre - so lange war vor ihm noch niemand Pfarrer in Maria Taferl.
All das hat P. Hofmann viel Kraft gekostet, sodass ihm gesundheitliche Probleme seit einigen Jahren zu schaffen machten. Nach einem Schlaganfall im September 2008 war P. Hofmann auf einen Platz im Pflegeheim Pöchlarn angewiesen.
Dort hat P. Hofmann seinen irdischen Lebensweg beendet, um nun mit allen die er mitgenommen, „ein Jauchzender und von Jubelnden umringt zu sein“.


 
P. Josef Mathuni

mathuni

21. 02. 1921, † 19. 09. 2010
Priesterweihe: 20. April 1952

Das Haus der Oblaten in Wien 13, Auhofstraße 169, war seit vielen Jahren Drehscheibe missionarischer Begegnungen: Bischöfe und Missionare aus aller Welt strebten diese Adresse an, denn hier lebte und arbeitete P. Josef Mathuni, der Direktor des Marianischen Missionswerkes der Oblaten in Österreich. Hier besuchten Bischöfe und Missionare P. Mathuni, einerseits um Unterstützung für ihre Missionen zu erhalten, aber auch um ihm für alle Hilfe zu danken.
P. Mathuni hat sich mit allen seinen Fähigkeiten, mit all seiner Liebe zur Mission, seinem unermüdlichen Eifer und seiner Begeisterung der ihm von der Provinzleitung 1957 anvertrauten Leitung des Missionswerkes gewidmet.

Das Licht der Welt erblickte P. Josef Mathuni am 21. Februar 1921 in Ruben, nahe dem böhmischen Marienwallfahrtsort Gojau, wo die Oblaten wirkten, denen er sich anschließen wollte und 1933 zunächst in deren Juniorat nach Teplei (Nordböhmen) kam und in Eger das Gymnasium abschloss. Das Noviziat konnte P. Mathuni 1940 nach der Matura noch beginnen, doch dann erreichte ihn die Einberufung zum Kriegsdienst; nach der Gefangenschaft in Amerika konnte er das Noviziat abschließen und am 17.2.1947 die ersten Gelübde ablegen. Das ersehnte große Ziel , die Priesterweihe, empfing unser Verstorbener nach Vollendung des Theologiestudiums am 20.4.1952 in Hünfeld bei Fulda. Die Oberen erteilten ihm die Sendung in die junge österreichische Oblatenprovinz. Zunächst gehörte P. Mathuni zur Gruppe der Volksmissionare bis ihm die segensreiche und ihn erfüllende Aufgabe beim Marianischen Missionswerk zugeteilt wurde.

Hier war P. Mathuni 53 Jahre lang der "richtige Mann am richtigen Platz". Im Mai dieses Jahres konnte er die Leitung des Missionswerkes an den Nachfolger übergeben. Am 19. September leitete P. Mathuni noch die Missionswallfahrt nach Maria Taferl, wo er auch viele Jahre in der Wallfahrtsseelsorge mitgeholfen hat. Die Heimfahrt nach Wien wurde für ihn zur Heimkehr zu Gott. So hat ihn Gott in seinem Ratschluss mit einer ganz neuen Aufgabe betraut: Unser und aller Missionare Fürsprecher bei Gott zu sein.

 
P. Rudolf Hohmann

hohmann

* 01.12.1934, † 16. 05. 2013
Priesterweihe: 31. Juli 1960
Er wirkte zwölf Jahre als Pfarrer in Gmünd-Neustadt.

P. Rudolf Hohmann wurde am 1. Dezember 1934 in Bermbach/Rhön, Deutschland geboren.
Nach dem Besuch der Volksschule kam er in die Missionsschule der Oblaten nach Obermedlingen. Nach der Matura trat er ins Noviziat in Engelport ein. 1955 – 1961 Theologiestudium in Hünfeld bei Fulda. Am 31. Juli 1960 wurde er zum Priester geweiht. Es folgte Kaplanstätigkeit in Gmünd-Neustadt und Steyr-Münichholz. 1974 - 1986 wirkte Pater Hohmann als Seelsorger in Gmünd-Neustadt und 1986 – 2013 in Wien-Unterheiligenstadt.
Als Pfarrer von Gmünd-Neustadt erwarb er sich große Verdienste um die Kirchenmusik sowie die Neugestaltung des Altarraumes im Zuge der Innenrenovierung, die im Jahr 1984 abgeschlossen wurde.